ūüßÄ Die √ľberraschendste, ‚Äěsch√∂ne‚Äú K√§sesauce der Welt – oder – wie bei mir ein neues Rezept entsteht

Wenn ich meinen M√§nnern die Frage stelle „Was wollen wir Heute… Morgen… diese Woche… essen?“ Dann bekomme ich eine Antwort. Nicht das die jemals befriedigend w√§re, denn es sagt niemand „H√ľhnerfrikassee, Spagetti, Erbsensuppe, Sushi…“ oder macht sonst irgend einen kochbaren Vorschlag. Nein! Ich bekomme immer die gleiche Antwort: „was SCH√ĖNES!“ Was sch√∂nes, was sch√∂nes… ganz toll! Sag das doch mal zu deinem Metzger. Hab ich probiert. Wisst ihr, was er geantwortet hat? „Tjaaaa…. Pffffttt…. √Ą√§√§√§hhhh… Hmmmm… also an was hatten sie denn da gedacht?“

Letzte Woche habe ich mir √ľberlegt ob ich nicht einfach mal den K√ľhlschrank vollstelle mit Blumen und Deko. Dann haben sie auf jeden Fall was sch√∂nes. Ich muss mir nur noch √ľberlegen wie ich eine Kamera mit Selbstausl√∂ser in den K√ľhlschrank installieren kann… die „sch√∂nen“ Momente m√ľssen festgehalten werden.

Also, so kommt nichts auf die Teller und unser Fragespiel geht weiter. Ich mache Vorschl√§ge: „Lasagne? Schnitzel und Kartoffelsalat? Pizza? Pulposalat?“ Und weitere Standards… und die Antworten? „Och n√∂… bitte kein „Standardessen“ ich h√§tte lieber was mit Fleisch… nicht schon wieder mit Tomatensauce… heute keine Lust drauf…“

Also, ich hab so langsam auch keine Lust mehr… und da kommt sie, die Rettung aus der Flimmerkiste: K√ľchenschlacht. Da ich ja gerade meine Einkaufsliste schreibe kommt mir ‚die Idee‘ und ich spreche sie laut aus. „Alles was die da jetzt kochen, koche ich diese Woche nach. Ausnahmslos. Egal was es ist. Und genau nach Rezepte.“ Punkt. Pause. Reaktion. „Alles? Aber nicht das mit dem komischen Gem√ľse und nicht das mit dem scharfen Zeug…. und was? Genau nach Rezept? DU? Nie!“ (Ich gebe zu, damit hat er recht… ein bisschen. Rezepte sind Anregungen, die ich gerne probiere und interpretiere.)

Das Spiel geht weiter. Die erste Kandidatin stellt ihr Rezept vor: Schnitzel mit Kochk√§sesauce, Bratkartoffeln und Gurkensalat. Spontaner m√§nnlicher Kommentar: „Igitt, wie soll das denn schmecken?“ Mein Antwort: „Bestimmt gut, das gibt es heute bei uns.“ Verschreckte Frage „Bist du dir sicher?“ Ja! Siegessicher! Ich lade die Rezepte runter. In der Zwischenzeit erkl√§rt die junge Kandidatin dem moderierenden Koch ihr ungew√∂hnliches Rezepte f√ľr die Kochk√§sesauce, deren Hauptbestandteil Harzer K√§se ist. Sein sehr skeptischer Gesichtsausdruck und ungl√§ubiger Kommentar ist nat√ľrlich hei√ües √Ėl ins m√§nnliche Feuer. „Siehste, sag ich doch, das kann gar nich schmecken!“

Ich habe mich innerlich schon mit der jungen Frau verb√ľndet denn sie ist genauso siegessicher wie ich und verspricht das ihre Sauce alle √ľberzeugen wird. Ich l√§chle siegessicher und studiere das heruntergeladene Rezept. Zutaten: Harzer K√§se (ohne K√ľmmel), Butter, Sahne, Schmelzk√§se und Natron. M√§nnliche Nachfrage: „Natron? Die macht da Chemie rein, das machst du aber nicht?“ Ich hole mein Natronglas aus der Schublade und stelle es ihm vor die Nase. MAN wei√ü was das bedeutet – gib auf, sie tut es. Ich erkl√§re aber noch schnell das Natron nichts anderes als Backpulver ist und dazu dient das eine Masse aufgeht und sch√∂n fluffig wird. Im Fernsehen wird flei√üig weitergekocht und der Moderator stellt auch die Natron-Frage. Da er eine √§hnliche Antwort bekommt ist MAN etwas beruhigter.

In der Zwischenzeit √ľberlege ich mir, was mir an dem Rezept irgendwie nicht gef√§llt und wiso. (Soviel zu ‚genau nach Rezepte‘) Der Schmelzk√§se mach keinen Sinn. Ist nicht besonders lecker und besteht doch auch nur aus K√§√üe, Sahne und… und die Butter, irgendwie ganz sch√∂n viel Butter… ich √ľberlege und rechne und recherchiere ein bisschen. Schreibe meine Einkaufsliste fertig und endlich neigt sich die Sendung ihrem Ende entgegen. Die Sauce ist fertig. Der Moderator ziert sich noch ein bisschen bevor er probiert… und? √úberraschte Begeisterung. Der Jurorin, die sich das mit der Sauce auch √ľberhaupt nicht vorstellen konnte, schmeckt es auch! Siehste, sag ich doch! Die Kandidatin ist weiter und ich auch. Einkaufen.

Zur√ľck in meiner K√ľche mache ich mich ans Werk. Schnitzel, Bratkartoffeln und Gurkensalat sind ja sozusagen Standardrezepte und gehen gut von der Hand. Und die Sauce? Habe ich in den Zutaten ver√§ndert, in der Herstellung vereinfacht (Thermomix statt Wasserbad) und in der Menge verdoppelt.

Zutaten:

  • 500 g Harzer K√§se
  • 150 g Gouda
  • 150 g Butter
  • 400 ml Sahne
  • 200 ml Milch
  • 2 Tl Natron

Zubereitung: Käse in den Thermomix, ein paar Sekunden zerkleinern. Übrige Zutaten (außer Natron) dazugeben. 10 Minuten / 90 Grad / Stufe 2. Natron zugeben noch eine Minute bei 90 Grad. Fertig.

Und hat’s geschmeckt? Lecker! Alle Teller, T√∂pfe, Sch√ľsseln leer! Nur von der K√§seso√üe war noch eine Menge √ľbrig, die einfache Menge h√§tte gereicht. Also hab ich am n√§chsten Tag den m√§nnlichen Gel√ľsten auf Spagetti nachgegeben. Allerdings ging das nicht ganz ohne Protest, denn aus der Sauce war √ľber Nacht im K√ľhlschrank ein herrlicher Kochk√§se geworden. Und der war laut Experteneinsch√§tzung viel besser als alles was der Kochk√§sehandel sonst zu bieten hat. Also was macht die kompromisserprobte Frau? Einmal mit den Augen rollen, Gl√§schen aus dem Schrank holen, Sauce reinf√ľllen. Spinat auf die Teller, Spagetti dar√ľber (bei M√§nnern muss Frau zu viel Gr√ľnzeug tarnen), K√§sesauce, Tomaten, Pinienkerne. Und wie hat’s geschmeckt? Einmalig? Nein, besser. „Wirklich lecker, kannst du nochmal machen!“ Dieser Ritterschlag ist besser als einmalig. F√ľr mich ist es ein ‚≠źÔłŹ und f√ľr den Kochk√§se bedeutet es die Aufnahme in das heilige Standard-Repertoire!

Bevor ich schlafen gehe stelle ich noch das Glas mit dem Kochk√§se in den K√ľhlschrank. Aber was ist das denn… da hat jemand K√ľmmel drauf gestreut. Tja, Kochk√§se hat bisher nur einer hier im Haus gerne gegessen. Und K√ľmmel auch. Da hat ja mal jeMANd seinen Kochk√§seanspruch deutlich gemacht!

Und was gibt es heute von meiner Droh-Liste? Nichts! Aha, sehr konsequent. Aber pl√∂tzlich kam eine m√§nnliche Bitte: „Weist du worauf ich mal Lust h√§tte? Gef√ľllte Paprika- ganz normale Paprika mit ganz normaler Fleischf√ľllung und ganz normalem Reis – so ein richtig sch√∂nes Standardessen, das hatten wir schon ewig nicht mehr… “ Tja, so friedvolle Rezeptvorschl√§ge sind doch was sch√∂nes. Und da ich unbestritten und zweifellos die allerbeste (einzige) Frau in diesem Haus bin fahre ich jetzt mal einkaufen: Paprika, Hackfleisch, Reis… ganz normales Zeug halt. Und f√ľr alle F√§lle bringe ich noch Blumen und Deko mit. Frau kann nie wissen, wie lange das K√ľchengl√ľck ihr hold ist. Im neuen Edeka gibt es schlie√ülich eine Depot Filiale! Der Laden gef√§llt mir. Die haben wirklich an alles gedacht!

Lasst es euch schmecken Рund macht es euch schön!

Ein Gedanke zu “ūüßÄ Die √ľberraschendste, ‚Äěsch√∂ne‚Äú K√§sesauce der Welt – oder – wie bei mir ein neues Rezept entsteht

  1. Ich war mir auch sicher, dass es schmeckt, aber mein Mann genauso reagiert :)))) M√ľssen wir mal ausprobieren. Ich bekomme auch nie eine befriedigende Antwort auf die Frage, was ich kochen soll. Und es gibt hinterher Beschwerden, wenn du viel ungetarntes Gr√ľnzeug aufm Teller war))))

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  √Ąndern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  √Ąndern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  √Ąndern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  √Ąndern )

Verbinde mit %s